Warum gibt es überhaupt Autopiloten, wenn selber lenken doch soviel Spaß macht? Und warum soll ich überhaupt die Hände weg vom Steuer nehmen? Na klar, du hast es gemerkt. Hier geht es nicht um einen Autopiloten in deinem Auto oder einem Flugzeug. Hier geht es natürlich wieder um deine Rolle als Unternehmer oder Führungskraft.

Führe ich, wenn ich nicht lenke?

Natürlich. Andersherum wird sogar ein Schuh draus. Je weniger du konkret ins Lenkrad greifst, umso mehr bist du gefordert tatsächlich zu führen. Viele Unternehmer und Führungskräfte verwechseln Mikromanagement und Anleitung mit Führung. Ja, auch Anleitung und Mikromanagement kann man als Bestandteile von Führungsarbeit definieren. Wenn danach aber Schluss ist, greift das erheblich zu kurz. Leider ist damit schon bei einigen das Führungsportfolio erschöpft.

Wirklich Führen bedeutet, dass andere sich entschieden haben dir folgen zu wollen.

Zu dieser Entscheidung kannst du einiges beitragen. Durch den formalen Rahmen, z.B. die Aufbauorganisation, wird schon mal ein wichtiger Beitrag geleistet. Wer sich aber nur auf seine Epoletten verlässt, der wird zügig scheitern. Oder, das ist die nächste Stufe, er versucht es mit Drohungen, intensiver Kontrolle und Bestrafung. Das fühlt sich für beide Seiten zwar nicht gut an, trägt aber auch für die Entscheidung zur Gefolgschaft bei. Wenn ich so ein Bild zeichne, dann sehe ich förmlich wie sich die Finger der Führungskraft krampfhaft ums Lenkrad schließen und der Blick stur auf Anzeigen und die Straße gerichtet ist. Anstrengend, oder?

Was wäre anders, wenn’s leichter wär?

Jetzt bleiben wir mal in diesem Bild und dein erster Schritt ist es dich zu entspannen. Lerne langsam davon auszugehen, dass nicht immer gleich alles schief geht und deine Mitarbeiter als Bestandteil deines Unternehmenssystems nicht alle dämlich, faul und verlogen sind. Es geht ab sofort nicht mehr darum Beweise für die Schlechtigkeit der Menschen zu suchen, sondern dich an allem Guten und Schönen zu erfreuen und diesem deine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Glaub mir, das macht was mit deinen Mitarbeitern.

Lenke deine Aufmerksamkeit auf dein Ziel und nicht auf die Gefahren am Straßenrand.

Allein mit deiner Aufmerksamkeit machst du allen deutlich worauf es dir ankommt. Also haben ab sofort deine Leistungsträger, gute Ergebnisse, schöne Ereignisse und Chancen deine volle Aufmerksamkeit. Um die negativen Aspekte kümmerst du dich ab sofort nur noch, um mit diesen kurzen Prozess zu machen. Schenke allem Negativen keine Zeit mehr. Schau auf die Straße, auf dein Ziel!

OK, hast verstanden, oder? Noch Ängste? Na klar. Das dauert eben etwas. Was du jetzt brauchst ist Mut, Geduld und eben einen Plan, ein Ziel. Ansonsten hast du ja keine Ahnung wohin du willst und deine Karre eiert im Kreis herum. Für diesen Fokus auf Ziele, gerne auch Visionen und die Formulierung von Strategien dorthin benötigst du Zeit. Diese Zeit verschaffen wir dir jetzt, indem wir Automatisieren.

Denke in Strukturen und Systemen.

Auch Mitarbeiter sind in meinen Augen ein System. Jeder für sich und mehrere zusammen bilden eben ein komplexeres System. Schließlich bilden alle zusammen ein sehr komplexes System. Es ist kein Geheimnis, dass mit steigender Komplexität Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge immer schwieriger zu durchschauen und noch schwieriger vorherzusehen sind. Also konzentriere dich auf glänzend funktionierende Teilsysteme. Im Falle unseres Handwerksunternehmens bestehen nahezu alle Systeme aus Menschen. Das ist übrigens nicht menschenverachtend deine Mitarbeiter als Systeme anzusehen. Es ist vielmehr eine Abstraktionshilfe, damit du dich auf Input, Prozess und Output konzentrieren kannst. Vor allem aber soll es dir dabei helfen zu erkennen:

Ein System, das regelmäßig deinen korrigierenden Eingriff erfordert, ist ein scheiß System.

Also, jetzt schau mal genau hin. Was ist den jeweils der Input, der Output und vor allem der Prozess dazwischen. Liegen deinem Mitarbeiter tatsächlich alle erforderlichen Eingangsvoraussetzungen an Information und Ressourcen vor? Dazu gehören auch Kenntnisse und Fähigkeiten, nicht nur die Ausstattung. Wie ist der Prozess gestaltet? Ist er verschwendungsarm und flexibel? Wie lässt sich der Output beschreiben und kontrollieren? Wenn du auch nur eine dieser Frage ohne den betreffenden Mitarbeiter angehst, hast du schon verloren. Klärt offen miteinander Erwartungshaltungen, Rahmenbedingungen und die Prioritäten. Nimm dir Zeit wirklich zu erklären, worauf es am Ende ankommt. Auf den Kundennutzen nämlich. Beschreibe so gut es geht den Anteil des Einzelnen, um genau das zu erreichen – glückliche, vielleicht sogar begeisterte Kunden. Das kannst du auf interne Kunden-Lieferanten-Beziehungen natürlich genauso übertragen.

So, und jetzt so langsam die Finger da raus halten.

Das bedeutet übrigens nicht, dass du ab sofort deine Tage auf dem Golfplatz verbringst. Vielmehr stehst du natürlich für Fragen und Probleme zur Verfügung. Dann aber nicht anweisen und klären. Nee, nee. Schön Kurs halten beim Aufbau deines Autopiloten. Kennst du ja: Wer fragt, führt. Also wirst du ab sofort der Weltmeister der Fragetechnik. Hilf deinen Mitarbeitern dabei den eigenen Hirnkasten anzuwerfen und Lösungen zu entwickeln.

Wer antwortet, übernimmt Verantwortung.

Deine Mitarbeitern können viel mehr Verantwortung tragen, als du dir heute vielleicht vorstellen magst. Wenn du willst, dass deine Mitarbeiter Verantwortung übernehmen, dann höre du erstmal auf zu antworten. Endgültig. So bildest du nach und nach immer mehr Menschen heran, die ihr Teilsystem verstehen und verantworten, die immer selbständiger werden. Auf diesem Weg musst du natürlich einiges aushalten können. Es geht ja nicht immer gleich alles gut. Halte das aus! Bleibe auf das Gute fokussiert. Wer deine Aufmerksamkeit will, der muss Dinge richtig machen und Erfolge erreichen.

Loslassen, aber nicht allein lassen.

Gut funktionierende Einzelsysteme sind noch kein gut funktionierendes Gesamtsystem. Jetzt bist du gefordert allen die Zusammenhänge, die Abhängigkeiten von einander immer deutlich zu machen. Du bist gefordert Prinzipien gerade für die Schnittstellenverantwortung zu entwickeln. Was ist Holschuld, was ist Bringschuld. Und bei allem immer darauf achten, dass du nicht zum Stellwerksmeister wirst, wo ohne dein Zutun nicht eine Weiche umschaltet. Lehre deine Mannschaft hinzusehen und zu verstehen.

Was du durch den kurzen Anriss in diesem Artikel erkennen kannst, ein Autopilot ist nicht mal eben eingerichtet und dann läuft das Ding. Ganz im Gegenteil. Dein Autopilot in der Führung braucht viele, sehr viele Fehler. Nur aus diesen lernt ihr alle gemeinsam und dein Autopilot wächst. Deshalb bist du jetzt gefordert:

Was fehlt dir noch an Einsichten oder Wissen, um deinen Autopilot aufzubauen?

Was habe ich hier noch nicht beschrieben?

Wo siehst du die Chancen für dich, wenn dein Autopilot erst einmal einigermaßen läuft?

Wovor hast du vielleicht auch Angst?

Nutze gerne und reichlich die Kommentare. Alles wird beantwortet und so kommen wir gemeinsam einen Schritt weiter.

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