IT & Personal vor, während und nach Corona

Es steht ein Vortrag an zum Thema “IT & Personal im Wandel – Was ist durch Corona passiert und was musste nicht mehr passieren, weil es schon da war?”. Und? Was sage ich denn nun dazu?

“IT & Personal im Wandel”

Der Titel war Veranstalterwunsch und zeigt mir den üblichen Umgang mit diesen Begrifflichkeiten. Wir nehmen nicht nur diese Begrifflichkeiten in unserem Unternehmen ganz anders wahr, sondern insbesondere den Wandel. “IT & Personal”, das klingt für mich ähnlich gegensätzlich nach den tradierten Wissenssilos und Machtbereichen wie “Produktion & Qualitätswesen”. Naja, und genau so kann ich das eben nicht sehen. “IT & Personal” ist wie “Hammer & Monteur im Wandel”. Das gehört eben ganz klar zusammen.

Es geht doch um die Frage, ob und in welchem Umfang das Thema Digitalisierung der Geschäftsprozesse und Kommunikationswege durch Corona beeinflusst worden ist.

Die Digitalisierung war schon vor Corona in vollem Gang.

Bereits vor Corona haben wir unsere Webseite (www.barghorn.de) neu aufgebaut und dabei auf viel mehr Interaktionsmöglichkeiten geachtet. Zunächst im Karrierebereich, später dann auch für unsere Kunden mit Landingpages für StahlbauMaschinenbau und Metallbau. So können sich seit dem Relaunch Interessierte an einer Mitwirkung bei uns eine personalisierte Bewerbungsmappe des Unternehmens an sie selbst herunterladen. Schüler finden kleine eBooks als Ratgeber rund um Berufsorientierung und Bewerbung zum kostenlosen Download. Die größte Wirkung, vor allem durch Einsparung von unsinnigem Aufwand bei uns wie bei Schülern, hat seither die Möglichkeit einen Praktikumsplatz direkt und verbindlich auf unserer Webseite buchen zu können. Wir sparen Zeit und Aufwand für Behandlung und Analyse von Bewerbungsmappen, Vorstellungsgespräch und so weiter.

Dann haben wir noch einen eigenen Fan-Shop aufgebaut. Dort können sich Mitarbeiter, Praktikanten und auch sonstige Fans unseres Unternehmens mit gebrandeter und deshalb vom Arbeitsgeber gesponserter Kleidung eindecken.

Aber auch jenseits unserer Webseite haben wir für alle Mitarbeiter die Haupt-Kommunikation vom klassischen “schwarzen Brett” auf einen Messengerdienst umgestellt, alle Mitarbeiter mit Smartphones ausgestattet und unser Feedbacksystem, also unser Wertemesssystem, als App programmieren lassen.

Und Corona?

Hat nicht viel, aber ein bisschen verändert. Die Möglichkeit zum Homeoffice stand auch schon vor Corona zur Verfügung. Unter dem Eindruck der Pandemie haben wir lediglich ein paar Laptops aufrüsten und in eine bessere Internetanbindung investieren müssen. Das – und wahrscheinlich nur das – wäre ohne Pandemie wahrscheinlich langsamer gegangen. Genutzt wird die Möglichkeit des Homeoffice bis heute sehr wenig und nur punktuell. Es ist und bleibt für alle Beteiligten einfach angenehmer, wenn wir hier vor Ort zusammen arbeiten und uns unmittelbarer, mit allen Sinnen austauschen können.

Was wir während Corona noch aufgebaut und verändert haben, hatte dann wieder nichts ursächlich mit der Pandemie zu tun, sondern stand ohnehin an. So gibt es jetzt eine Barghorn-Akademie zur individuellen online-Fortbildung unserer Mitarbeiter. Auch unsere Dienstrad-Lösung findet nun über ein Portal statt.

Die technische Aufrüstung von Räumen und Rechnern für die stark zugenommenen Online-Meeting über die unterschiedlichsten Anbieter – ja, das steht tatsächlich mit Corona in einem direkten Zusammenhang. Das war vorher auch schon da bzw. möglich und wäre auch ohne Corona weiter durch uns und andere intensiviert worden. Ganz sicher aber mit einer vollkommen anderen Geschwindigkeit.

Da wird mein Grundtenor des Vortrags wohl bei der Krisenfestigkeit des Metallhandwerks landen.

Insbesondere diejenigen Mitarbeiter in unserem Unternehmen, die unmittelbar den Kundennutzen herstellen, also unsere Monteure, Obermonteure und auch Azubis, was hat sich für diese durch Corona getan? Relativ wenig. Schweiß-, Dreh-, Fräs-  und Montageprozesse lassen sich eben nicht digitalisieren oder ins Homeoffice verlagern. Lästig ist allen bis heute das Tragen der Mund-Nase-Bedeckungen. Gleichwohl wird es hier mit bewundernswerter Disziplin umgesetzt. Sonst hätten die bislang zwei in der Belegschaft an Corona Erkrankten im Haus sicher zu Ansteckungen geführt. Durch die Disziplin unserer Mitarbeiter und auch die seit Anfang Februar geltende hohe Testfrequenz sind wir in diesem Punkt bislang glimpflich da durch gekommen. Inzwischen ist auch die Impfquote sehr hoch und alle sehnen sich die alte Normalität mit Herzlichkeit und Nähe im Umgang herbei.

Wirklich besonders ist die Gelassenheit der Mannschaft.

So hat es quasi keine Diskussionen um die Notwendigkeit der von außen vorgeschriebenen oder im Haus selbst ergriffenen Maßnahmen gegeben. Ebenso wenig sind Impfverweigerer bekannt geworden. Dieser Fokus auf das was wirklich zählt, nämlich den Kundennutzen möglichst gut, innerhalb von Termin, Kosten und Qualität umzusetzen, ist einfach faszinierend. Diskussionen über Sinn und Unsinn ohnehin unabwendbarer Ereignisse, dafür nimmt sich hier keiner die Zeit. Es bringt ja auch nichts.

Wie gelingt es eine Mannschaft so auf den Kundennutzen auszurichten?

Das werde ich oft und insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie gefragt. Nun, die Antwort ist komplex, aber nicht kompliziert. Da dies hier ganz erheblich den Rahmen sprengt, biete ich inzwischen regelmäßig online live Workshops dazu an, denn die hier im Haus alles bestimmende Haltung und Freude an Ergebnissen teilen wir gern. Wenn du mehr wissen willst, dann melde dich über meine Webseite einfach zum nächsten Workshop an: www.humanunternehmer.de.

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