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Hast du über die Überschrift gelacht? Nein?

Dann ist dieser Artikel für dich. So viele Menschen suchen nach innerer Einkehr, Gelassenheit und Geduld. Gerade mit der Zunahme an Technik, Digitalisierung und damit der Geschwindigkeit, geht vielen die Ruhe verloren. Es ist alles so laut und hektisch und die Erwartung anderer an sofortige Reaktionen nimmt beständig zu.

Das erhöht das Aggressionspotenzial auf beiden Seiten und wir wünschen uns mehr Ruhe, mehr Gelassenheit, mehr Geduld. Da wir aber ja ständig und überall einfache und sofortige Lösungen angeboten, oder auch nur vorgegaukelt bekommen, sind wir nicht mehr bereit auch mal einen längeren Weg zu gehen.

Wann immer du das nächste Mal Ungeduld in dir aufsteigen spürst, frage dich nach der tatsächlichen Dringlichkeit und Wichtigkeit. Wann immer mir ein Problem begegnet, richte ich zwei Fragen an das Problem:

  1. Bist du Problem eine Gefahr für Leib und Leben?
    Du wirst mir zustimmen, dass hier die Antwort in nahezu allen Fällen „Nein“ lautet. Mit dieser Erkenntnis sind Dringlichkeit und Wichtigkeit schon ganz erheblich relativiert und deutlich kleiner als zuvor.
  2. Bist du Problem eine Gefahr von wirtschaftlich existenzieller Größenordnung?
    Auch hier wirst du mir zustimmen, dass das schon eher mal vorkommen kann, als ein „Ja“ bei der ersten Frage, aber dass es immer noch sehr selten ist.

Nachdem du beide Fragen in über 99% der Fälle mit „Nein“ beantworten konntest, hast du alle Zeit der Welt dir das Problem in Ruhe anzusehen und nach einer angemessenen und durchdachten Lösung zu suchen.

Wie viele Menschen regen sich auf, weil jemand anderes sich rücksichtslos, oder egoistisch verhält? An der Supermarktkasse vordrängelt, im Verkehr die Vorfahrt nimmt, einen beleidigenden Satz raushaut. Deine Erregung zeigt immer, was gerade in dir los ist. Der andere macht das ja in aller Regel nicht gegen dich, sondern für sich. Es wäre also komplett falsch sein Verhalten auf dich zu beziehen. Offensichtlich steht dieser Mensch unter irgendeinem Druck. Mach ihm ein Geschenk und reagiere mit unerwarteter Freundlichkeit. Schenke ihm durch dein Lächeln, ein freundliches Wort, durch eine einladende Geste ein Ventil durch welches er seinen Druck loswerden kann.

Indem du das tust, schenkst du euch beiden einen positiven, einen freundlichen Moment. Was hat es dich gekostet? Nichts, allenfalls ein paar Sekunden deiner Zeit. Was hat es dir gebracht? Viel mehr, als die paar Sekunden, oder?

So beginnst du also deinen „Schnellkurs in Geduld“: Wenn der Zwölfspänner in dir das nächste Mal zum Galopp ansetzt, wenn deine Lunte das Glimmen anfängt, dann denke an die zwei Schlüsselfragen oben und mache dir und den anderen ein Geschenk.

Wann immer dir das nicht gelingt, betrachte anschließend den Moment der Ungeduld und frage dich ernsthaft: war es das wert? Hat es wirklich etwas gebracht, etwas zum Positiven verändert? Und dann lerne Schritt für Schritt aus deinen Antworten auf diese Fragen.
Es kann übrigens sehr hilfreich sein dies schriftlich zu tun. Nutzt du ein Tagebuch oder Ähnliches? Dann ist das der richtige Ort dafür.

Lass uns gerne in den Kommentaren diskutieren:
Welche Situationen rechtfertigen deine Ungeduld?
Hast du Beispiele, wo ein wenig Geduld und Gelassenheit die Situation ins Positive gekehrt hat?

Bleiben wir in Kontakt

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