Wer dich nicht kennt, kann nicht für dich arbeiten.

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Wer dich nicht kennt, kann nicht für dich arbeiten. So banal dieser Satz klingt, ist es doch nur die halbe Wahrheit. Erst eine zweite Einsicht komplettiert das Bild:

Wer dich nicht kennt, für den kannst du nicht arbeiten.

Regelmäßig finden sich Angebote zur Unterstützung deiner Marketing- und Werbebemühungen entweder für die eine, oder die andere Zielrichtung. Spätestens in den sozialen Medien haut diese Trennung meiner Meinung nach aber nicht mehr wirklich hin. Es ist ein Erbe aus Zeiten, wo man bei Printwerbung noch durch die Platzierung der Anzeige, im Stellenmarkt oder anderswo, eine Zuordnung zur Zielgruppe getroffen hat – treffen musste. Dabei ist diese Trennung, egal über welches Medium du deine Werbung transportierst, Quatsch.

Werbung für deine Leistung wirkt ebenso auf Mitarbeiter, künftige wie auch bestehende. Werbung für dich als Arbeitgeber wirkt aber eben auch auf deine Kunden. Ja genau, auch hier auf künftige ebenso wie auf bestehende.

Gehe dein Marketing ganzheitlich an.

Sichtbarkeit in sozialen Medien ist also nicht nur für die Kundengewinnung wichtig, für die Gewinnung neuer Mitarbeiter mindestens genauso. In beide Richtungen solltest du jetzt konsequent alle gültigen Marketinginstrumente und -methoden beachten und anwenden. Ich kenne etliche Stellenanzeigen, bei denen sich ganz offensichtlich keinerlei Gedanken über die Zielgruppe gemacht wurde. Diese Gedanken beginnen und enden nicht bei einer Stellenanzeige. Betrachte das Bild ganzheitlicher.

Betrachte deine Mitarbeiter als Kunden für einen Arbeitsplatz.

Jetzt stellt sich als nächstes die Frage wie du Werbung in den sozialen Medien regelmäßig, authentisch und unterhaltsam hinbekommst. Bei Barghorn haben wir uns dazu entschieden freiwillige Mitarbeiter mit einzubeziehen. Diese nennen wir Handyscouts und wir trennen auch bewusst zwischen den Plattformen. Unsere Gesellen posten auf Facebook und unsere Azubis auf Instagram. Als Chef sorge ich zusätzlich auf Xing und LinkedIn für Sichtbarkeit. Wenn man schon Plattformen direkt nennt, kommt natürlich sofort die Frage nach weiteren Plattformen auf: YouTube, TicToc, oder dem neuesten “heißen Schweiß” Clubhouse. Wie nutzt ihr aktuell die sozialen Medien – und vor allem welche nutzt ihr? Schreib das gern in die Kommentare und wir diskutieren darüber.

YouTube nutzen wir hauptsächlich für Erklärvideos, aber (noch?) nicht als Kontaktmedium oder Werbeplattform. Erklärvideos? Ja, langsam aber sicher entsteht dort eine Sammlung, die Interessierten und Mitarbeitern die unterschiedlichsten Angebote, Gepflogenheiten und Möglichkeiten, zum Beispiel aus Betriebsvereinbarungen, erklärt. 

So machen wir Inhalte unserer Betriebsvereinbarungen ganz bewusst öffentlich.

Das hilft bestehenden Mitarbeitern die Inhalte in einem für sie angenehmen Format aufzunehmen und Interessenten haben so einen weit tieferen Einblick, als bei den allermeisten anderen Unternehmen. Insbesondere bei neuen Mitarbeitern erleichtern diese Videos die Einarbeitung ganz ungemein. All das wirkt auf Kunden genauso positiv wie auf Mitarbeiter und solche, die es werden wollen.

Die Mitarbeiter direkt selbständig auf dem Account posten lassen? Kann man das riskieren? Noch schlimmer, die Azubis dürfen das auch? Klares JA! Wir haben schlicht eine DIN A4 Seite mit den wichtigsten Regeln gemeinsam festgelegt. Da steht natürlich drauf, dass man keine Personen öffentlich posten soll, sofern diese erkennbar und nicht einverstanden sind. Dafür gibt es kein Formular. Das wäre der sicherste Posting-Verhinderer. Nein, unsere Handyscouts fragen die Betreffenden ganz schlicht direkt in der Situation. Bei Bauvorhaben machen wir das gegenüber unseren Kunden genauso. Fragen, Bild/Video machen, posten  fertig.

Perfektion weckt Aggression

Unter diesem Motto steht die Frage, wie wir es mit der Ausdrucksweise und Fehlern in Grammatik und Rechtschreibung halten. Die sind uns egal! Es geht um Authentizität. Unsere Handyscouts sind zu allererst Handwerker, keine Mund- und keine Schreibwerker. Ein perfektes Deutsch wäre also ein großer Nachteil. 

Was bekommen die Handyscouts für ihren Einsatz?

Jedenfalls kein Geld. Handyscout zu sein ist eine freiwillige Angelegenheit. Wir bezeichnen derartige Aufgaben als innerbetriebliches Ehrenamt. Damit aber unsere Handyscouts keine Mehrkosten fürchten müssen, erhalten diese jeweils eine Profilstufe höher im zur Verfügung gestellten Handyvertrag, als vergleichbare Kollegen. Handy?, Profilstufe?, Kollegen? Ja klar, das wirft Fragen auf, die hier zu weit führen. Gib einfach Barghorn GmbH & Co. KG bei YouTube ein, besuche den Kanal und schau dir die Playlist zu den Erklärvideos an. Dort findest du die Antworten auf die meisten Fragen. Ansonsten nutze gerne unten die Kommentarfunktion.

Darüber hinaus bekommen unsere Handyscouts einen Spielplatz, um sich auszudrücken, viel positives Feedback und Anerkennung. In regelmäßigen Abständen schulen wir unsere Handyscouts auch im Umgang mit den sozialen Medien, Technik- und Stilfragen.

Lediglich negative Kommentare sind Chefsache.

Darauf haben wir uns gemeinsam geeinigt. Der Umgang mit Besserwissern, Hatern und Trollen erfordert ein geübtes Händchen in der Kommunikation, da aus so einem Kommentar sonst sehr schnell eine ungewollte Eskalation folgen kann. Da der Umgang mit Sprache für mich eine große Leidenschaft ist, war schnell klar wer sich um solche Kommentare kümmern soll. Das hängt also eher zufällig an meiner Chefrolle. Zum Glück kommen solche Kommentare nur sehr, sehr selten vor. Es gehört aber auch dann zur Transparenz diese nicht zu löschen, sondern sachlich und freundlich darauf einzugehen. Es war erst ein einziges Mal erforderlich einen Troll zu blockieren. Das ist aber jetzt auch schon eine ganze Zeit her.

Gibt es denn keine Kontrollinstanz?

Nein. Wir haben lediglich eine Chatgruppe in der wir uns austauschen. So haben wir gegenseitig, quasi im Hintergrund, die Möglichkeit Bilder und Videos auszutauschen und Rückfragen zu stellen. “Soll ich das jetzt posten, oder warte ich noch auf deinen Post?”, “Ist der Text so gut, oder habe ich was vergessen?”, “Habt ihr noch Vorschläge für Hashtags?”, das sind nur einige Beispiele der typischen Fragen. Der einzige, der bisher eine Kontrollinstanz gebraucht hat, war natürlich ich als Chef. 

Was war passiert?

Wir hatten einen großen Edelstahltank für einen Kunden in der Fertigung. Die Arbeiten waren quasi fertig und das Teil sah einfach beeindruckend und sehr schick aus. Das wollte ich direkt posten. Kaum hatte ich die Bilder gemacht, sprach mich einer unserer Handyscouts an: “Das willst du jetzt aber nicht etwa posten, oder?” Auf meine Frage warum denn nicht, erklärte er mir, dass wir deutlich vor dem Termin sind. “Wenn du das jetzt postest, dann weckst du beim Kunden Begehrlichkeiten den Tank sofort einzubauen. Für die Montage haben wir aber erst zum geplanten Termin die nötige Mannschaft frei.” Das war für mich der deutlichste Beweis, dass immer diejenigen etwas posten sollten, die am dichtesten am Geschehen sind und dadurch über die erforderliche Information verfügen.

Die Einblicke, die wir über die sozialen Medien gewähren, erreichen Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen. Damit sind bestehende genauso gemeint wie mögliche künftige Mitarbeiter und Kunden. Wir erreichen mit einem Post mehrere tausend Menschen – organisch und kostenlos. Hin und wieder stellen wir einzelne Posts durch bezahlte Werbung besonders heraus. Dann erreichen wir für wenige Euro Menschen im weit fünfstelligen Bereich. Das sind mehr, als wir für viel Geld durch eine Anzeige in der Zeitung erreichen. Das geht natürlich nicht über Nacht, sondern erfordert Kontinuität. Dranbleiben ist das Motto. Deshalb ist es so wichtig die Last zur Lust zu machen und auf mehrere Schultern zu verteilen.

Und glaub mir, wir sind erst am Anfang.

Wir lernen jeden Tag dazu. Welche Posts haben welche Wirkung? Wie erreichen wir unsere Zielgruppen immer gezielter? Wie setzen wir Geld für bezahlte Werbung immer wirksamer und zielgerichteter ein? Es gibt noch soviel zu lernen…

Wo stehst du gerade bei diesem Thema? Schreib es gern in die Kommentare.

 

Mehr zum Thema findest du in meinem Buch, welches am 30.04.2021 erscheint.
Dort findest du Inspiration über dich anders zu denken, dein Unternehmen anders zu organisieren und Mitarbeiter anders zu gewinnen.
Auf www.humanunternehmer.de kannst du dich in den Newsletter eintragen und dir einmalige Vorzugskonditionen zum Buch sichern. Außerdem kannst du dort direkt einen Vortrag für noch mehr Inspiration anfragen oder einen Gesprächstermin für eine Vortragsanfrage buchen.
Ich freue mich auf dich und deine Rückmeldungen.

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